Montag, 13. Februar 2012

Drei Slams an einem Wochenende sind...

... Also vorne weg, die Slams am Wochenende waren großartig und haben unheimlich Spaß gemacht! In drei ganz unterschiedlichen Örtlichkeiten mit mehr oder minder ganz unterschiedlichen Slammer_innen (denn einige habe ich dieses Wochenende öfter getroffen) fanden drei hoch interssante und unheimlich spaßige Slams statt.

Begonnen hat alles am Freitag mit dem poetry slam Frankfurt, vor einem vollen Haus im Cafe1 der FH bei einer super Stimmung gaben die Wortkünstler alles und es folgte ein großes...NICHTS, klingt pathetisch, sollte es auch... Nein, also es gab eine Menge von unterschiedlichem Feedback von Seiten des Publikums zu ganz unterschiedlichen Texten.
So wurde zum Beispiel ein Ausflug in die gewollte Unerreichbarkeit von der Mühlheimerin (Ruhr) RubyTuesday unternommen, während sich der Darmstädter Waldemar mit einem Bericht über Deportation in ein Deutschland vor unserer Zeit versetzte und den Saal in eißiges Schweigen hüllte (bis auf einige Affen aus der ersten Reihe, die anscheinend nicht damit zurechtkommen, sich auch einmal mit ernsten Themen zu befassen). Der Slamkollege aus der Landeshauptstadt Wiesbaden, mounirjaber, hatte seinen eigenen Kampf mit dem Individualismus und verweigerte sich die Erwartung des Publikums nicht zu erfüllen, obwohl er dies eigentlich angekündigt hatte, da das ja wiederum auch konformistisch bis hintengegen sei. Dennis Krause
 knüpfte in seinem Text an die Stimmung, die Waldemar mit der Beschreibung der Deportation in einem Viehwaggon erzeugte an und beschrieb wie eine Familie durch Bombenterror und unmenschliche Idiotie zerissen wurde. Hervorzuheben an diesem Abend ist wohl noch, dass ein spontaner Teilnehmer in seinen, ich schätze, frühen Siebzigern noch einmal für das durchweg junge Publikum für Irritation sorgte, an diesen Herren geht ein großer Packen Respekt von meiner Seite.
Die restlichen Poeten des Abends, und vor allem der Sieger Tilman Birr, überzeugten mit ihren Texten und haben wunderbare Performances abgeliefert,
Weiter ging es mit Friedberg - Poetry im Pastis, in der schnuckeligen Kulturbar Pastis chez NouNou. Durch den Abend geleitet wurde man von dem extravaganten Moderatorenteam Elisa Scaramuzza und von einem Herrn dessen Namen ich vergessen habe, aber der auch unheimlich sympathisch war. Die Slammer_innen an diesem Abend haben auch mit wundervollen Texten von sich überzeugt, was dadurch deutlich wurde, dass im Finale auf einmal 5 anstatt 3 Slammer_innen antreten mussten. Dies kam dadurch zustande, dass drei der fünf Finalisten die selbe Punktzahl im Publikumsvoting erhielten. Durchsetzen konnte sich der Neu-Neu-Isenburger Jean Ricon, der mit seinen Texten Jackpot-Bankrott und dem Bericht über sein tief-braunes Heimatdorf genau den Nerv des Publikums traf, Zweite wurde eine Dame, deren Namen ich mir natürlich nicht merken konnte, und dritter wurde meine Wenigkeit. Alles in allem ein gelungener Abend mit Supertexten, hervorheben muss man noch den nostalgischen Pokemon-Harry Potter Text von Dennis Krause, der mal wieder mein Herz erwärmte und eindeutig zu unrecht ungewürdigt blieb.
Der Letzte Slam an diesem Wochenende führte mich zum Reichelsheim - Cockpit Slam, durch den Abend wurde man geführt von Andreas Arnold und es war ein wirklich spannender Abend bei dem der Malscher (Baden) Slammer WortArtiG das Publikum eindeutig für sich zu gewinnen wusste. Das rurale Publikum aus Reichelsheim wurde des weiteren von den vorher schon genannten Slammer_innen Jean Ricon, Waldemar und RubyTuesday, sowie von Tabea Reinelt, Indiana Jonas (zweiter Platz) und Domi zum Lachen, Weinen und Nachdenken animiert. Ich für meinen Teil verbuchte dort gemeinsam mit Indiana Jonas und seinem Finaltext über den Grund Lehrer zu werden den zweiten (auch wenn ich mir selber eher den dritten zurechne) Platz.

Mein persönliches Fazit zu diesem Wochenende:

Es hat mir unheimlich viel Freude bereitet mit so tollen Menschen auf einer Bühne stehen zu dürfen und meine neuen Texte ausprobieren zu können. Noch einmal einen herzliches Dankeschön an die jeweiligen Veranstalter und an das großartige Publikum (ausgenommen die Halbaffen, die bei einem Text über Deportation anfangen zu lachen).

Lieben Gruß,

Dennys






 

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